Angststörungen

Meist beginnt es schleichend, dann wird es immer schlimmer: aus Sorge wird Angst, aus Angst wird Panik. Das kann eine übertriebene unspezifische Angst sein, die sich auf keinen konkreten Anlass richtet oder eine konkrete Angst vor etwas sein, z.B. vor einer speziellen Situation (eine Rede halten oder Spinnen oder große Menschenmassen). Wenn Sie einen Vortrag halten müssen und schon Tage davor nicht mehr richtig schlafen können, ins Grübeln fallen, große Selbstunsicherheit spüren, befürchten, zu zittern, was alle sehen werden – dann scheint eine Angststörung vorzuliegen. Denn Lampenfieber ist normal und steigert die Konzentration und Leistungsfähigkeit in der Vortragssituation. Aber die übermässige Sorge, rot zu werden, zu stottern, sich mit der Technik zu verhaspeln schon Tage vor der Rede: das ist eine Angstsymptomatik.
Panikstörungen sind spontan auftretende Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder auf ein spezifisches Objekt richten. Sie beginnen meist abrupt, erreichen innerhalb kurzer Zeit einen Höhepunkt und dauern einige Minuten an. Danach fühlt man sich schweißgebadet, der Puls beruhigt sich nur langsam, es wir erwogen, einen Notarzt zu rufen. Ein unwirkliches Gefühl bzgl. der Umwelt kann sich einstellen oder man hat das Gefühl, nicht wirklich da zu sein. Durchfall oder Erbrechen können auftreten.

Eine generalisierte Angststörung beinhaltet diffuse Ängste mit Anspannungsgefühlen, großer Besorgnis und vielen Befürchtungen über alltägliche Ereignisse. Meist gehen körperliche Beschwerden mit der Angst einher.

Häufig trifft man auch auf Menschen, die eine gemischte Symptomatik haben: Angst und Depressionen gleichzeitig. Beide Zustände wechseln, weder das eine noch das andere überwiegt.

Übersteigerte Ängste, an Krebs oder AIDS zu erkranken, können auch Hintergrund einer Angststörung sein.

„Spezifische (isolierte) Phobien sind nach neueren Studien in der Bevölkerung recht häufig. Dennoch sucht nur ein kleiner Teil der Betroffenen fachmännische Hilfe. Da insbesondere die einfachen Phobien nicht immer das Alltagsleben beeinträchtigen, ist eine Bestimmung der Häufigkeit nicht einfach. Es werden für die Lebenszeitprävalenz Zahlen von etwa elf Prozent für die einfachen Phobien, von etwa 13 Prozent für die soziale Phobie und von fünf Prozent für die Agoraphobie genannt. Generell treten Angststörungen bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern auf, insbesondere ist der Unterschied bei der Agoraphobie ausgeprägt.[7]

In der psychiatrischen Praxis sind Angsterkrankungen in der Relation häufig anzutreffen. Nach einer Studie der WHO 1996 litten etwa 8,5 % der Patienten in deutschen Allgemeinarztpraxen an einer generalisierten Angststörung und 2,5 % an einer Panikstörung.

Menschen mit Panikstörungen leiden in der Hälfte der Fälle zusätzlich an einer Agoraphobie. Fast 20 % der Patienten, die sich in den USA in einem allgemeinmedizinischen Krankenhaus vorstellten, litten an einer Angsterkrankung, 41 % davon unbehandelt.“ (Quelle: wikipedia.org/wiki/Angststörung)

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