Depressive Erkrankungen

Sich beim Aufwachen überflüssig, ohne jeden Antrieb und lustlos zu fühlen wird im Fachdeutsch „Morgentief“ genannt. Bei Depressionen ist die Freudlosigkeit, der Interessenverlust an allem, worauf man früher neugierig war und das Gefühl, einfach auf gar nichts Lust zu haben, das Kardinalsymptom. Schlechter Schlaf, frühmorgentliches Erwachen und nicht mehr einschlafen können, sich aber erschöpft und extrem müde zu fühlen, können hinzu kommen. Die Konzentrationsfähigkeit geht zurück, man kann kaum etwas lesen und im Text bleiben. Die meiste Zeit fühlt man sich traurig und niedergeschlagen. Manche Menschen nehmen ab, weil sie auf nichts mehr Appetit haben. Manche Patienten klagen über Gewichtszunahme. Darüber hinaus kann es zu körperlichen Beschwerden, wie Rückenschmerzen oder Herzrasen kommen.
„Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Das deutsche Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass in Deutschland vier Millionen Menschen von einer Depression betroffen sind und dass gut zehn Millionen Menschen bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. Aber die Zahlen schwanken. Das hängt zum einen mit der hohen Dunkelziffer zusammen (viele Depressionen werden nicht als solche erkannt) und zum anderen mit der Definition der Krankheit. Der britische NHS erklärt in einer groß angelegten Informationskampagne hingegen, dass fast jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal an Depression leide. Diese Kampagne richtet sich insbesondere an Männer, die sich ihrer Krankheit meist schämen, diese verheimlichen und so nicht die nötige Hilfe erhalten.

Bei Frauen werden Depressionen im Durchschnitt doppelt so oft wie bei Männern diagnostiziert. Früher ging man von einer verstärkten genetischen Disposition von Frauen zur Depression aus. Heute weiß man jedoch, dass Männer genau so häufig von einer Depression betroffen sind, diese aufgrund der unterschiedlichen Symptomatik oft jedoch nicht richtig diagnostiziert wird.

Eine reine Depression im Kindesalter ist selten. Bei Vorschulkindern beträgt sie weniger als 1 % und steigt bei Schulkindern auf 2–3 %. Bei Jugendlichen wird eine Häufigkeit von 7–13 % angegeben. Das Geschlechterverhältnis ändert sich in der Adoleszenz von einem Übergewicht bei Jungen vor der Pubertät zur Dominanz bei Mädchen ab dem zwölften Lebensjahr. Bei diesen Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass eine Diagnose vor allem im Vorschulalter sehr schwierig ist. Es treten häufige Komorbiditäten auf.“ (Quelle: wikipedia.org/wiki/Depression)

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